VERTRAUEN – eine Lebensgeschichte

Vertrauen

Vertrauen

Nach einer kurzen Nacht weckt mich das goldene, raumdurchflutende Licht der Sonne. Meine Freundin streichelt schlaftrunken den schnurrenden Kater im Bett ihrer Tochter und wir geniessen unser seltenes Zusammensein und den Start in einen neuen, geschenkten Tag. Voller Vertrauen, dass es ein guter werden wird.

Plötzlich und ganz unverhofft, steht ihr kleiner Sohn in der Türe. Sie hat tatsächlich komplett vergessen ihn zu wecken! Er sollte längst in der Schule sein! Im Vertrauen, dass es das einzig Richtige sei, wird er abgemeldet und gemeinsam geniessen wir ein frisches Müesli draussen auf der sonnigen Terrasse.

Standbytickets müssen noch gebucht werden und ein wichtiger Geldtransfer getätigt, doch das Internet bockt. Also husch aufs Velo an einen bedienten Bankschalter. Die Zeit wird langsam knapp. Wir schnappen unsere Rollkoffer und rennen auf die U-Bahn. Uff, geschafft und grad noch rechtzeitig am Flughafen.

Der Check-in Automat will allerdings partout unseren Code nicht akzeptieren. Wir drucksen uns also, sorry, sorry, durch die lange Warteschlage zur bedienten Desk. Doch auch da klappt es nicht. Hää? Schon klar, schliesslich wollen wir ja auch von Frankfurt nach Zürich und nicht umgekehrt, wie wir es irrtümlich gebucht haben!

Also ab ans nächste Gate. Wir kriegen schon noch einen Flieger. Elf Personen sind auf Standby. Wir sind Nr.10 und 11. Der Flug ist massiv überbucht. Sieht gar nicht gut aus, sagt die Logik. Wenn wir den verpassen, verpassen wir auch unsere Produkte-Präsentation in Zürich. Sieht gut aus, sagt das Vertrauen. 

Boarding completed. Die Dame am Counter schickt uns weiter. Wir sollen den nächsten Flug nehmen. Mitten im Schritt jedoch halte ich inne. Etwas in mir zieht mich rückwärts. Mein Körper setzt ein klares Zeichen. Meine Freundin kennt mich sehr gut und vertraut mir, und gemeinsam gehen wir zurück ans Gate und warten.

Es sind nur noch die 11 Personen von der Standby Liste da und ich stelle mich einfach direkt vors Fingerdok. Die Energie fliesst also schon mal da rein. 4 Minuten wollen sie noch warten. Doch die fehlende Gruppe kommt nicht mehr und wir dürfen boarden! Einmal mehr erlebe ich, wie sehr ich auf mein Gefühl vertrauen darf.

Auch unsere Gangnachbarin ist ausser sich vor Freude, dass es doch noch geklappt hat. Etwas Unglaubliches sei ihr passiert, das habe sie echt noch nie erlebt! Sie habe in der falschen Reihenfolge gebucht. Nämlich Zürich – Frankfurt, statt umgekehrt. Wie wir! Unglaublich!

In Zürich klemmt das Gepäckband, die Zeit wird langsam eng. Wir vertrauen  dem Techniker und kommen gerade noch rechtzeitig zu unserer Präsentation. Auf der Fahrt zurück nach Uster werden wir noch einmal hart auf die Probe gestellt und müssen in Schwerzenbach auf den Bus umsteigen. Bis wir endlich zu Hause sind ist es just Mitternacht. Was für ein Tag!

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