HILFE! – eine Lebensgeschichte

Hilfe!

Hilfe

Noch selten hätte ich Hilfe mehr gebrauchen können, als vor ein paar Tagen. Wenn du plötzlich auf dem regennassem Boden wieder zu dir kommst und dir einfach nur noch Unterstützung wünschst. Stattdessen jedoch in leere Augen blickst, die desinteressiert hinter den Scheiben des Fahrzeuges auf dem Parkplatz neben dir hervorlugen, dann passiert ganz tief drinnen etwas unglaublich Seltsames. 

Nicht nur der Inhalt meines Magens kommt schier hoch, auch ein stilles, ungläubiges Staunen und viele Fragen stürmen wild meine Gedankenzentrale. Hat dieser Mann mich tatsächlich nicht gesehen? Kann das wirklich möglich sein? Und was ist mit der Frau neben dem WC-Häuschen, die mit ihrer kleinen Tochter dort wartet bis es endlich frei wird?

Schmerzhaft schiesst die Erkenntnis durch all meine Zellen, als wäre diese kleine Armee nicht schon genug beschäftigt damit, die Fremdkörper in meinem Darm irgendwie wieder loszuwerden. Tatsächlich haben diese zwei Menschen einfach nur tatenlos zugeschaut, wie ich vor meiner Wagentüre ohnmächtig zusammenbreche, ohne mir ihre Hilfe anzubieten.  Sag ist das denn normal?! Oder  legal?  

Das kann doch gar nicht wahr sein. So etwas tun Menschen einfach nicht! Verzweiflung macht sich breit. Ich selbst, mit meiner – handanalytisch-technisch gesehen – Schule des Dienens wäre in Windeseile zur Stelle, wenn es jemandem offensichtlich so ans Eingemachte ginge und Hilfe anbieten so offensichtlich ist.  

Wie können Menschen so ignorant sein? Warum scheint es so viel einfacher zu sein,  wegzuschauen und so zu tun als sei alles gut und nichts passiert? Warum lassen diese Leute mich einfach im Regen liegen? Alles nur ein schlechter Witz des Universums? Oder ein Wink des Schicksals, der mir zeigt wohin es führt, wenn ich nicht endlich lerne Hilfe anzunehmen?  

Nachdem die sintflutartigen Wasserstürze, nicht nur die vom Himmel, langsam versiegt und sich meine Verdauung wieder eingependelt hat, fahre ich vorsichtig, nachdenklich und im Herzen sehr fragil wieder weiter.

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