Archiv der Kategorie: Lebensgeschichte

DIE QUAL DER WAHL – eine Lebensgeschichte

Die Qual der Wahl 

die Qual der Wahl

Was macht das mit mir wenn ich dieses Wort höre? Was passiert in meinem Körper? Die Qual der Wahl. Ist es tatsächlich eine Qual, zu wählen? Oder ist es nicht viel mehr ein Privileg, eine Freude, die Wahl zu haben? Genau genommen haben wir ja immer eine Wahl. Wir sind stets ermächtigt, zu wählen. Wir geben dadurch unsere individuelle Vorliebe und Richtung vor. Das, was für uns richtig ist. 

❞Alles in dieser Welt kann als eine Krise oder als eine Chance gesehen werden. Die Wahl fällt in unserem Geist. Um genau zu sein: In Deinem Geist.❝

Ein aktueller Kalenderspruch von Veit Lindau. Als er das geschrieben hatte, konnte er jedoch noch nicht einmal annähernd ahnen, dass es jetzt, heute, in diesem Jahr so ist wie es eben gerade ist. Und es passt so gut. Die Qual der Wahl. Wem und was will ich glauben und vertrauen? Wie will ich persönlich handeln? 

Wenn ich in meine Hände schaue und sehe, was ich da an Ressourcen habe, was mir alles zur Verfügung steht und was ich daraus machen kann und könnte, dann ist das für mich ein perfektes Beispiel von – Die Qual der Wahl – und ich bin echt sehr dankbar, dass ich jederzeit wählen kann, ob ich jetzt etwas Positives für mich aus einer Situation mache, oder ob ich mich im Negativen verschanze. 

Was heisst das denn jetzt konkret, wenn für jemanden das Wählen eine Qual ist?

Heisst es, dass er – der Mensch – vielleicht gar nicht weiss was er wählen soll, weil er nicht weiss was genau er nun wirklich will? Drückt er sich lieber vor dem Wählen? Drückt er sich  davor, Verantwortung für seine Wahl zu übernehmen und überlässt diese demnach lieber jemand anderem? Aus der Distanz kann man dann locker drauflos schimpfen und unzufrieden sein mit der – von anderen – getroffenen Wahl. Man ist ja dann nicht verantwortlich dafür, man hat das ja schliesslich nicht selbst gewählt. 

Früher, also eigentlich noch gar nicht so lange her, durfte man als Frau ja offiziell gar nicht wählen! Wir hatten nicht das Recht dazu! Doch JETZT haben wir es, alle, ob Mann oder Frau, jeder einzelne von uns. Also lasst uns in die Eigenverantwortung gehen!

MUTTER – eine Lebensgeschichte

Mutter – eine Lebensgeschichte

Mutter

Ich bin „made in England“, ein letzter, verzweifelter Hoffnungsakt meiner Mutter, das Herz meines Vaters zu erobern – ein verheirateter Mann, ein Reisender, ein Gipsy …. sie hatte keine Chance. So wurde ich denn in meinen ersten Jahren von Familie zu Familie gereicht.

Als meine Mutter heiratete und mich zurückholte, habe ich aufgehört zu sprechen und angefangen nach DER Wahrheit zu suchen. Wer ist mein Vater? Wer ist meine Mutter? Was stimmt wirklich? Lachen durfte ich nicht, das erinnerte meine Mutter an meinen Erzeuger. Ich bin so glücklich, dass ich ihn nach vielen Jahren endlich kennenlernen, von Seele zu Seele sehen durfte. Heute bin ich auch sehr dankbar, zwei Väter gehabt zu haben. Mögen sie in Frieden ruhen. 

Meine Kinderseele…

…ist oft aus meinem Körper geflüchtet. So habe ich diese andere Welt kennengelernt, die unsichtbare Welt – und dabei die Medialität entdeckt. Ich liebe den  mystischen Osten, seine Farben und Lichter, die Düfte und Geschmäcker von 1001 Nacht.

Das Reisen ist meine Leidenschaft. Anderen Menschen und Kulturen zu begegnen und dem Sound ihrer Sprachen zu lauschen. Die 10 Jahre in den Lüften dieser Himmel, die Arbeit in einem Kibbutz im heiligen Land, mein Jahr auf der Trauminsel, meine Soloreise durch China und Indien als 20 Jährige – alles verwirklichte Träume, die für immer tief verankert in meinem Herzen und in meiner Erinnerung bleiben werden. 

Die Tiefen der Ozeane haben es mir angetan. Die Delfine und  Meeresschildkröten, die stille Schwerelosigkeit beim Abtauchen in diese eine, andere Welt. Meine Lieblingsfarbe ist Türkis, es berührt meine Seele und heilt all meine Wunden – ich habe noch immer diese Steine dieser alten, zahnlosen Frau aus Nepal. 

Ich liebe mein Leben, meine Kinder, mein Mutter sein, Frau sein, Freundin sein, meine Arbeit als Handleserin und Networkerin. Und ich bin unendlich dankbar am Leben zu sein, gesund zu sein, wahrnehmen, sehen, hören, fühlen und lieben zu dürfen und Menschen um mich zu haben wie DICH. 

GEBEN UND ANNEHMEN – eine Lebensgeschichte

Geben und Annehmen

Geben und Annehmen

Kürzlich in einer kleinen Shoppingmall in einem Nachbarsland ist mir ein junger, fremdländisch aussehender Mann aufgefallen. Als hätte er bemerkt, dass ich ihn beobachte, wie er lässig in einen übergrossen Buchstaben gekrümelt in sein Handy vertieft ist, schaut er auf und strahlt mich an. Er hat mich das Geben und Annehmen neu gelehrt. 

Völlig locker fragt er mich nach 20 Euro. Ohne mit der Wimper zu zucken greife ich in meine Tasche, hole einen Schein raus und gebe es ihm, einfach so, weil es sich in dem Moment richtig anfühlt. Weil ich es habe und er anscheinend grad nicht. Weil die pure Geste des Gebens mir Freude macht, weil ich so auch ihm eine Freude machen kann. 

Er versichert mir, dass er mir das Geld zurückgeben werde. Ohne Erwartung dieses jemals wiederzusehen, tauschen wir unsere Nummern aus. Tage später meldet er sich  bei mir und wie er so nach meinen Bankdaten fragt kommt erste Skepsis auf. Ich soll die Karte fotografieren und ihm schicken. Doch ich vertraue ihm und tatsächlich, er überweist mir das Geld.

Nur weil ich seinen Stolz nicht verletzen möchte nehme ich das Geld von ihm an, nicht weil ich es annehmen möchte. Für mich ist Geben ist so viel einfacher als Annehmen. Doch das Annehmen ist eben auch eine Form des Gebens. Indem ich so meinem Gegenüber ermögliche, mir auch eine Freude zu machen. 

Schliesslich sind wir in Kontakt und er erzählt mir ein bisschen von seiner Geschichte. Von seiner tagelangen Flucht, was mit seiner Familie passiert ist und von seiner Freundin. Wie er jetzt an der Grenze arbeitet, freiwillig und ohne Bezahlung, weil er Menschen in Not helfen will. Das ist seine Form des Gebens. 

Was für unglaubliche Welten da für mich aufgegangen sind durch diese einfache Geste des Gebens und wieder Annehmens. 

AUFTANKEN – eine Lebensgeschichte

Auftanken

Auf nach Arosa. Doch kaum im Auto bemerke ich, dass mein Tank leer ist. Also nichts wie los zum Auftanken. Fast schon blinde Routine. Bezahlen, Kolben rein, volltanken und weiter gehts. Doch oha, meine Tankanzeige leuchtet immer noch auf. Hää? Was soll das denn? Bestimmt ist da einfach das Lämpchen kaputt. 

So fahre ich also weiter und treffe ein paar hundert Meter weiter vorne per Zufall meinen Partner, der mit dem Bike unterwegs ist. Ich kurble das Fenster runter, erzähle ihm, was da grad abgeht und auch er meint, dass da sicher nur das Kontrolllämpchen defekt sei. Also ab Richtung Chur. Mein Gefühl im Bauch ist allerdings nicht so überzeugt von der Lämpchengeschichte. 

In Chur an der Tankstelle halte ich wieder an und frage, ob jemand da ist, der weiss wo in meinem Auto ein Sensor sei und ob der allenfalls einfach wieder aktiviert werden könne. Doch es war niemand so da. Also fahre ich tatsächlich einfach weiter, die kurvige Strasse hoch durchs enge Tal, bis schliesslich, wer hätte das gedacht, in den letzten Kurven urplötzlich aus die Maus ist. 

Erst schraubt der Motor runter auf 50% Leistung, ein paar Meter weiter auf 20, 10 dann 0. Hab wie verrückt das Gaspedal gepumpt und es grad noch geschafft, den Wagen an den Strassenrand zu fahren. 5 vor 12. Wortwörtlich. Und jetzt? Mama wartet auf mich am Mittagstisch. Also Daumen raus und rein ins nächste Auto, das  mich just noch pünktlich ins Alterszentrum bringt. 

Nach dem Essen muss ich dafür sorgen, dass mein Auto endlich richtig aufgetankt wird, damit ich wieder heim komme. Das ist mir alles recht eingefahren, weil es mit uns doch genau gleich läuft. Wir haben das Gefühl vollgetankt zu sein, schauen über alle Warnlampen hinweg, schieben alles zur Seite, sogar unsere Intuition, die sagt; ich hab kein gutes Gefühle. 

Und dennoch machen wir weiter, bis wir irgendwann hängen, nichts mehr geht und wir die allerletzte Kurve knapp noch kratzen bevor wir stehenbleiben. Wollen wir es wirklich soweit kommen lassen? Unsere Energie ausbeuten, über alle Grenzen hinwegsehen? Nichts tun? Alle Warnlämpchen ignorieren? Nein! Das ist definitiv NICHT der richtige Weg.

HILFE! – eine Lebensgeschichte

Hilfe!

Hilfe

Noch selten hätte ich Hilfe mehr gebrauchen können, als vor ein paar Tagen. Wenn du plötzlich auf dem regennassem Boden wieder zu dir kommst und dir einfach nur noch Unterstützung wünschst. Stattdessen jedoch in leere Augen blickst, die desinteressiert hinter den Scheiben des Fahrzeuges auf dem Parkplatz neben dir hervorlugen, dann passiert ganz tief drinnen etwas unglaublich Seltsames. 

Nicht nur der Inhalt meines Magens kommt schier hoch, auch ein stilles, ungläubiges Staunen und viele Fragen stürmen wild meine Gedankenzentrale. Hat dieser Mann mich tatsächlich nicht gesehen? Kann das wirklich möglich sein? Und was ist mit der Frau neben dem WC-Häuschen, die mit ihrer kleinen Tochter dort wartet bis es endlich frei wird?

Schmerzhaft schiesst die Erkenntnis durch all meine Zellen, als wäre diese kleine Armee nicht schon genug beschäftigt damit, die Fremdkörper in meinem Darm irgendwie wieder loszuwerden. Tatsächlich haben diese zwei Menschen einfach nur tatenlos zugeschaut, wie ich vor meiner Wagentüre ohnmächtig zusammenbreche, ohne mir ihre Hilfe anzubieten.  Sag ist das denn normal?! Oder  legal?  

Das kann doch gar nicht wahr sein. So etwas tun Menschen einfach nicht! Verzweiflung macht sich breit. Ich selbst, mit meiner – handanalytisch-technisch gesehen – Schule des Dienens wäre in Windeseile zur Stelle, wenn es jemandem offensichtlich so ans Eingemachte ginge und Hilfe anbieten so offensichtlich ist.  

Wie können Menschen so ignorant sein? Warum scheint es so viel einfacher zu sein,  wegzuschauen und so zu tun als sei alles gut und nichts passiert? Warum lassen diese Leute mich einfach im Regen liegen? Alles nur ein schlechter Witz des Universums? Oder ein Wink des Schicksals, der mir zeigt wohin es führt, wenn ich nicht endlich lerne Hilfe anzunehmen?  

Nachdem die sintflutartigen Wasserstürze, nicht nur die vom Himmel, langsam versiegt und sich meine Verdauung wieder eingependelt hat, fahre ich vorsichtig, nachdenklich und im Herzen sehr fragil wieder weiter.

VERTRAUEN – eine Lebensgeschichte

Vertrauen

Vertrauen

Nach einer kurzen Nacht weckt mich das goldene, raumdurchflutende Licht der Sonne. Meine Freundin streichelt schlaftrunken den schnurrenden Kater im Bett ihrer Tochter und wir geniessen unser seltenes Zusammensein und den Start in einen neuen, geschenkten Tag. Voller Vertrauen, dass es ein guter werden wird.

Plötzlich und ganz unverhofft, steht ihr kleiner Sohn in der Türe. Sie hat tatsächlich komplett vergessen ihn zu wecken! Er sollte längst in der Schule sein! Im Vertrauen, dass es das einzig Richtige sei, wird er abgemeldet und gemeinsam geniessen wir ein frisches Müesli draussen auf der sonnigen Terrasse.

Standbytickets müssen noch gebucht werden und ein wichtiger Geldtransfer getätigt, doch das Internet bockt. Also husch aufs Velo an einen bedienten Bankschalter. Die Zeit wird langsam knapp. Wir schnappen unsere Rollkoffer und rennen auf die U-Bahn. Uff, geschafft und grad noch rechtzeitig am Flughafen.

Der Check-in Automat will allerdings partout unseren Code nicht akzeptieren. Wir drucksen uns also, sorry, sorry, durch die lange Warteschlage zur bedienten Desk. Doch auch da klappt es nicht. Hää? Schon klar, schliesslich wollen wir ja auch von Frankfurt nach Zürich und nicht umgekehrt, wie wir es irrtümlich gebucht haben!

Also ab ans nächste Gate. Wir kriegen schon noch einen Flieger. Elf Personen sind auf Standby. Wir sind Nr.10 und 11. Der Flug ist massiv überbucht. Sieht gar nicht gut aus, sagt die Logik. Wenn wir den verpassen, verpassen wir auch unsere Produkte-Präsentation in Zürich. Sieht gut aus, sagt das Vertrauen. 

Boarding completed. Die Dame am Counter schickt uns weiter. Wir sollen den nächsten Flug nehmen. Mitten im Schritt jedoch halte ich inne. Etwas in mir zieht mich rückwärts. Mein Körper setzt ein klares Zeichen. Meine Freundin kennt mich sehr gut und vertraut mir, und gemeinsam gehen wir zurück ans Gate und warten.

Es sind nur noch die 11 Personen von der Standby Liste da und ich stelle mich einfach direkt vors Fingerdok. Die Energie fliesst also schon mal da rein. 4 Minuten wollen sie noch warten. Doch die fehlende Gruppe kommt nicht mehr und wir dürfen boarden! Einmal mehr erlebe ich, wie sehr ich auf mein Gefühl vertrauen darf.

Auch unsere Gangnachbarin ist ausser sich vor Freude, dass es doch noch geklappt hat. Etwas Unglaubliches sei ihr passiert, das habe sie echt noch nie erlebt! Sie habe in der falschen Reihenfolge gebucht. Nämlich Zürich – Frankfurt, statt umgekehrt. Wie wir! Unglaublich!

In Zürich klemmt das Gepäckband, die Zeit wird langsam eng. Wir vertrauen  dem Techniker und kommen gerade noch rechtzeitig zu unserer Präsentation. Auf der Fahrt zurück nach Uster werden wir noch einmal hart auf die Probe gestellt und müssen in Schwerzenbach auf den Bus umsteigen. Bis wir endlich zu Hause sind ist es just Mitternacht. Was für ein Tag!

DER LEUCHTTURM – eine Lebensgeschichte

Der Leuchtturm

der Leuchtturm

Nach einem absolut genialen Visionboard-Workshop mit Carina Boxler, hat mich dieses obige Bild weiter begleitet. Daraufhin, und weil es perfekt zu meiner momentanen Situation passt, habe ich beschlossen, nicht mehr das Opfer zu sein, denn ich habe es selber in der Hand, wie ich mit einer Situation umgehen will. Ich habe jederzeit und immer die Wahl.

Egal wer was durch mich kompensieren, loswerden oder ausagieren, mich bestrafen, beschuldigen, verachten, vernichten, auslassen oder verletzen will. Es geht nicht, wenn ich mich selbst liebe. In solchen Momenten, auch wenn es weh tut, einfach im Herzen bleiben. Denn wer sich selbst liebt ist tatsächlich unzerstörbar. 

Deshalb habe ich gewählt, ein Leuchtturm zu sein. Fest verankert meinen Platz einzunehmen, stramm zu stehen wie ein Fels in der Brandung. Für mich einzustehen, stets zentriert zu bleiben. Auch beim grössten Sturm, wenn es um mich tobt und wütet und alles scheint, von den überdimensionalen Wellen überflutet und verschluckt zu werden. 

Einfach jede Welle an mir abprallen lassen. Auch wenn es nass und kalt ist – es kann mich nichts von meinem inneren Kurs abbringen. Ich weiss, wo mein Platz ist und ich stehe fest und sicher. Geboren, um zu leuchten. Hoffnung, Vertrauen und Stärke ausstrahlend, immerfort. Licht sein wenn es dunkel ist. Konstant und unermüdlich.

Einfach weiter da sein und leuchten. Orientierung geben. Richtung weisen. Mein inneres Licht nach Aussen tragen. So, dass es für alle sichtbar wird. Für mich und für jene in (See-) Not. Für kleine Schiffchen und auch grosse Dampfer, die im Sturm den Kurs zu verlieren, oder unterzugehen drohen. Ich bin für sie da, ich leuchte.  

Eine beruhigende Beständigkeit. Immerfort. Verlässlich. Wiederkehrend. Gleichmässig. Es bringt Ruhe und Frieden in mein Herz. Zuversicht. Liebe. Vertrauen. Selbstvertrauen. Dieses Leuchten – es leuchtet im Takt, hat einen Rhythmus. Den Rhythmus meines Herzens. Baduum, baduum, baduum …..

DIE SCHWARZE WOLKE – eine Handgeschichte

Die schwarze Wolke

Schon als ich noch ein Kind war, habe ich diese schwarze Wolke über meiner Mutter wahrgenommen. Lange Zeit habe ich mich von dieser dunklen Energie bedroht gefühlt. Sie war immer präsent, sehr nahe und doch nicht sichtbar und hat mir Angst gemacht. Für mich war klar, dass diese Energie weiblich ist.

Eines Nachts im Jahre 1988 hatte ich ein initiales Erlebnis.

Damals lebte ich auf den Seychellen. Als ich des nachts nach Hause in mein Zimmer kam, war sie nicht wie gewöhnlich irgendwo versteckt, sondern sass auf meinem Bett! Jung, hager, mit schwarzem, strähnigem, langem Haar. Wir schauten uns direkt in die Augen.

Mein Blick hielt dem ihren Stand bis sie plötzlich, mit einem ultrahohen, lauten Ton wie eine Sirene durch den Spalt in der Glastüre verschwand. Für immer, denn seit dieser Nacht hat sie mich nie mehr aufgesucht. Exakt zu dieser Zeit hat meine Mutter, bewusst oder unbewusst, ihren Fokus voll und ganz auf meine Schwester verlegt.

Mir war bald klar, dass die ganze Geschichte mit dieser schwarzen Wolke über meiner Mutter eine Ahnengeschichte sein muss. Etwas, das sie weitergeben muss. Was bei mir nicht funktioniert hat, hat sie erfolgreich bei meiner Schwester angewendet. Leider kann ich mit den beiden darüber nicht reden, da sie anders denken als ich.

Kürzlich hatten wir einen riesen Disput und ich habe  mit einer Freundin darüber geredet und ihr von der schwarzen Wolke erzählt, die ich bereits als Kind wahrgenommen hatte. Am folgenden Tag hat sie mir Ausschnitte aus einem Buch von Phyllis Krystal geschickt mit einer Textpassage; The black Family cloud.

Für einen kurzen Moment hat mir der Atem gestockt. Wahnsinn! Jetzt redet eine renommierte Psychotherapeutin über ein Phänomen, ja nimmt sogar „meine Worte“, und beschreibt exakt, was ich all die Jahre erlebt und wahrgenommen und kaum jemandem je erzählt habe. Die wenigsten haben mich wirklich ernst genommen. 

So ist es leider auch heute noch. Doch mittlerweile kann ich damit anders umgehen. Ich habe gelernt, dass ich Dinge wahrnehme, Bilder lesen und in Worte fassen kann, die vielen Menschen in dieser Form verborgen bleiben, und dass ich meiner Wahrnehmung vertrauen kann. Auch wenn es kaum jemand wirklich versteht.  

LIEBER ANTONIUS – eine Lebensgeschichte

Lieber Antonius

lieber Antonius

Wie ein Stossgebet gen Himmel, hab ich diese Worte still hinaus gesendet, spät abends beim Waschen meines Gesichtes im Bad. Lieber Antonius, bitte, du bist meine letzte Hoffnung! Ja, ich weiss, ich hätte dich schon viel früher ernsthaft anrufen können, doch irgendwo tief in mir drin sitzt da dieser Zweifel. 

Wer Antonius ist? Angeblich ist er als der Heilige aus Padua bekannt, der Verlorenes wiederfindet. Das ist mir schon früher mal gesagt worden, als ich verzweifelt nach Etwas gesucht hatte. Ich hab schon mein Wasserglas im Schuhschrank wieder angetroffen, oder den Orangensaft beim Katzenklo.

Diesmal ist es jedoch echt wichtig. Im Restaurant, in dem wir am Mittag gegessen hatten, habe ich bereits nachgefragt. Nichts. Meine Schwiegermutter hab ich auch schon gefragt, ob ich ihn noch hatte, als wir uns trafen. Ja, sie habe ihn an mir gesehen, das wisse sie genau. Dann muss er also im Haus sein. Nur wo?

Alles haben wir abgesucht, meine Family und ich. Alle Taschen gekehrt, in der Jacke, den Hosen, der Handtasche. Im Bad, den Schubladen, im Kleiderschrank. Im Keller und in der Waschmaschine. Mit Handschuhen bewaffnet den Kompost und den Abfallsack durchwühlt. In den Abfluss aller Lavabos geleuchtet. Nix. 

Gopf! Warum passiert das immer mir? Schon meine lila Laptop-Tasche ist spurlos verschwunden, obwohl ich haargenau weiss, dass ich sie extra an einen Ort gelegt habe, wo sie nicht stört. Manchmal hab ich echt das Gefühl ich lebe in einem geheimen, schwarzen Loch, in dem dauernd irgend etwas verschluckt wird. 

Ziemlich entmutigt will ich grad meine Jeans zum Waschen die Treppe runter werfen. Doch etwas in mir hält mich zurück. So schmeisse ich sie stattdessen einfach auf den Boden und ….. hast du das gehört?! Frag ich meinen Mann. Es hat geklimpert! Und aus der Tasche gefallen ist; mein Ehering! Danke lieber Antonius!

DER LEADER – eine Lebensgeschichte

Der Leader

der Leader

Kürzlich beim Joggen hat sich in meinem Kopf ein Film abgespielt und ich habe dabei mein Leben in Bezug aufs Leader sein Revue passieren lassen. Denn der Leader ist Teil meines Lebenszweckes, wie ich es in meiner letzten Geschichte aufgezeigt habe. Was bedeutet es, Leader zu sein? Für mich ganz klar: 

Im Leben vorwärts zu kommen, einen Schritt nach dem Anderen zu machen. Jede Runde die man dreht, etwas weiter und grösser werden zu lassen und an jedem Punkt an dem man immer wieder vorbei kommt, etwas Neues dazu zu lernen. Wie ein Luftballon, der mit jedem Luftstoss, den ich in ihn rein puste grösser, runder und praller wird und irgendwann ganz hoch hinaus fliegt. 

Warum ich so denke? Weil ich ein Leader Typ bin. Eben weil das Teil meines Lebenszweckes ist. Weil ich den Menschen einen Weg aufzeigen möchte, den sie gehen könnten. Wenn ich zum Beispiel mit Ringana das Ziel erreiche, in dem ich die Trainerausbildung machen kann, werde ich dort vor Menschen stehen und sprechen und eben nicht so nervös sein, wie es vielleicht manch andere sind, die das so noch nie gemacht haben. 

Und wo hab ich das denn nun schon überall gemacht in meinem Leben? 

Bei Handstory GmbH mein eigener Chef sein, selbst bestimmen. Selbstverantwortung übernehmen. Kurse geben.

In meinem Muttersein, meinen Kindern Wege und Möglichkeiten aufzeigen. Nicht immer ganz so easy ;-), vor allem in der Teenagerzeit. 

Meine Jahre als Flugbegleiterin. Vor den Menschen stehen, sagen wo es im Notfall lang geht, wo die Sauerstoffmasken rausfallen, wo die Schwimmwesten sich befinden. 

Als Maitre de Cabine die Crew briefen, Ansprechperson sein, fürs Cockpit, am Doc. Ins Mikrofon sprechen, koordinieren, führen, leiten. 

Als Kindergärtnerin mich an die Eltern wenden, sie informieren über die Entwicklung und das Potential Ihrer Kinder. Den Kindern zeigen wie sie sich entfalten können, dass sie stark sind und etwas erreichen können.

Als Reiseleiterin auf auf den Seychellen die Menschen durch die Schönheit der Natur begleiten und mit Hotelmanagern Gespräche über neue Vereinbarungen führen.

Als grosse, junge, blonde Frau alleine durch Thailand, China und Indien reisen und sich von den Dorfbewohnern anfassen und begutachten lassen.

Irgendwie hab ich immer geführt, mich dabei jedoch stets auch von meinem eigenen, inneren Leader führen lassen. Also; just go and trust!