Archiv der Kategorie: Lebensgeschichte

Hilfe! – eine Lebensgeschichte

Hilfe!

Hilfe

Noch selten hätte ich Hilfe mehr gebrauchen können, als vor ein paar Tagen. Wenn du plötzlich auf dem regennassem Boden wieder zu dir kommst und dir einfach nur noch Unterstützung wünschst. Stattdessen jedoch in leere Augen blickst, die desinteressiert hinter den Scheiben des Fahrzeuges auf dem Parkplatz neben dir hervorlugen, dann passiert ganz tief drinnen etwas unglaublich Seltsames. 

Nicht nur der Inhalt meines Magens kommt schier hoch, auch ein stilles, ungläubiges Staunen und viele Fragen stürmen wild meine Gedankenzentrale. Hat dieser Mann mich tatsächlich nicht gesehen? Kann das wirklich möglich sein? Und was ist mit der Frau neben dem WC-Häuschen, die mit ihrer kleinen Tochter dort wartet bis es endlich frei wird?

Schmerzhaft schiesst die Erkenntnis durch all meine Zellen, als wäre diese kleine Armee nicht schon genug beschäftigt damit, die Fremdkörper in meinem Darm irgendwie wieder loszuwerden. Tatsächlich haben diese zwei Menschen einfach nur tatenlos zugeschaut, wie ich vor meiner Wagentüre ohnmächtig zusammenbreche, ohne mir ihre Hilfe anzubieten.  Sag ist das denn normal?! Oder  legal?  

Das kann doch gar nicht wahr sein. So etwas tun Menschen einfach nicht! Verzweiflung macht sich breit. Ich selbst, mit meiner – handanalytisch-technisch gesehen – Schule des Dienens wäre in Windeseile zur Stelle, wenn es jemandem offensichtlich so ans Eingemachte ginge und Hilfe anbieten so offensichtlich ist.  

Wie können Menschen so ignorant sein? Warum scheint es so viel einfacher zu sein,  wegzuschauen und so zu tun als sei alles gut und nichts passiert? Warum lassen diese Leute mich einfach im Regen liegen? Alles nur ein schlechter Witz des Universums? Oder ein Wink des Schicksals, der mir zeigt wohin es führt, wenn ich nicht endlich lerne Hilfe anzunehmen?  

Nachdem die sintflutartigen Wasserstürze, nicht nur die vom Himmel, langsam versiegt und sich meine Verdauung wieder eingependelt hat, fahre ich vorsichtig, nachdenklich und im Herzen sehr fragil wieder weiter.

VERTRAUEN – eine Lebensgeschichte

Vertrauen

Vertrauen

Nach einer kurzen Nacht weckt mich das goldene, raumdurchflutende Licht der Sonne. Meine Freundin streichelt schlaftrunken den schnurrenden Kater im Bett ihrer Tochter und wir geniessen unser seltenes Zusammensein und den Start in einen neuen, geschenkten Tag. Voller Vertrauen, dass es ein guter werden wird.

Plötzlich und ganz unverhofft, steht ihr kleiner Sohn in der Türe. Sie hat tatsächlich komplett vergessen ihn zu wecken! Er sollte längst in der Schule sein! Im Vertrauen, dass es das einzig Richtige sei, wird er abgemeldet und gemeinsam geniessen wir ein frisches Müesli draussen auf der sonnigen Terrasse.

Standbytickets müssen noch gebucht werden und ein wichtiger Geldtransfer getätigt, doch das Internet bockt. Also husch aufs Velo an einen bedienten Bankschalter. Die Zeit wird langsam knapp. Wir schnappen unsere Rollkoffer und rennen auf die U-Bahn. Uff, geschafft und grad noch rechtzeitig am Flughafen.

Der Check-in Automat will allerdings partout unseren Code nicht akzeptieren. Wir drucksen uns also, sorry, sorry, durch die lange Warteschlage zur bedienten Desk. Doch auch da klappt es nicht. Hää? Schon klar, schliesslich wollen wir ja auch von Frankfurt nach Zürich und nicht umgekehrt, wie wir es irrtümlich gebucht haben!

Also ab ans nächste Gate. Wir kriegen schon noch einen Flieger. Elf Personen sind auf Standby. Wir sind Nr.10 und 11. Der Flug ist massiv überbucht. Sieht gar nicht gut aus, sagt die Logik. Wenn wir den verpassen, verpassen wir auch unsere Produkte-Präsentation in Zürich. Sieht gut aus, sagt das Vertrauen. 

Boarding completed. Die Dame am Counter schickt uns weiter. Wir sollen den nächsten Flug nehmen. Mitten im Schritt jedoch halte ich inne. Etwas in mir zieht mich rückwärts. Mein Körper setzt ein klares Zeichen. Meine Freundin kennt mich sehr gut und vertraut mir, und gemeinsam gehen wir zurück ans Gate und warten.

Es sind nur noch die 11 Personen von der Standby Liste da und ich stelle mich einfach direkt vors Fingerdok. Die Energie fliesst also schon mal da rein. 4 Minuten wollen sie noch warten. Doch die fehlende Gruppe kommt nicht mehr und wir dürfen boarden! Einmal mehr erlebe ich, wie sehr ich auf mein Gefühl vertrauen darf.

Auch unsere Gangnachbarin ist ausser sich vor Freude, dass es doch noch geklappt hat. Etwas Unglaubliches sei ihr passiert, das habe sie echt noch nie erlebt! Sie habe in der falschen Reihenfolge gebucht. Nämlich Zürich – Frankfurt, statt umgekehrt. Wie wir! Unglaublich!

In Zürich klemmt das Gepäckband, die Zeit wird langsam eng. Wir vertrauen  dem Techniker und kommen gerade noch rechtzeitig zu unserer Präsentation. Auf der Fahrt zurück nach Uster werden wir noch einmal hart auf die Probe gestellt und müssen in Schwerzenbach auf den Bus umsteigen. Bis wir endlich zu Hause sind ist es just Mitternacht. Was für ein Tag!

DER LEUCHTTURM – eine Lebensgeschichte

Der Leuchtturm

der Leuchtturm

Nach einem absolut genialen Visionboard-Workshop mit Carina Boxler, hat mich dieses obige Bild weiter begleitet. Daraufhin, und weil es perfekt zu meiner momentanen Situation passt, habe ich beschlossen, nicht mehr das Opfer zu sein, denn ich habe es selber in der Hand, wie ich mit einer Situation umgehen will. Ich habe jederzeit und immer die Wahl.

Egal wer was durch mich kompensieren, loswerden oder ausagieren, mich bestrafen, beschuldigen, verachten, vernichten, auslassen oder verletzen will. Es geht nicht, wenn ich mich selbst liebe. In solchen Momenten, auch wenn es weh tut, einfach im Herzen bleiben. Denn wer sich selbst liebt ist tatsächlich unzerstörbar. 

Deshalb habe ich gewählt, ein Leuchtturm zu sein. Fest verankert meinen Platz einzunehmen, stramm zu stehen wie ein Fels in der Brandung. Für mich einzustehen, stets zentriert zu bleiben. Auch beim grössten Sturm, wenn es um mich tobt und wütet und alles scheint, von den überdimensionalen Wellen überflutet und verschluckt zu werden. 

Einfach jede Welle an mir abprallen lassen. Auch wenn es nass und kalt ist – es kann mich nichts von meinem inneren Kurs abbringen. Ich weiss, wo mein Platz ist und ich stehe fest und sicher. Geboren, um zu leuchten. Hoffnung, Vertrauen und Stärke ausstrahlend, immerfort. Licht sein wenn es dunkel ist. Konstant und unermüdlich.

Einfach weiter da sein und leuchten. Orientierung geben. Richtung weisen. Mein inneres Licht nach Aussen tragen. So, dass es für alle sichtbar wird. Für mich und für jene in (See-) Not. Für kleine Schiffchen und auch grosse Dampfer, die im Sturm den Kurs zu verlieren, oder unterzugehen drohen. Ich bin für sie da, ich leuchte.  

Eine beruhigende Beständigkeit. Immerfort. Verlässlich. Wiederkehrend. Gleichmässig. Es bringt Ruhe und Frieden in mein Herz. Zuversicht. Liebe. Vertrauen. Selbstvertrauen. Dieses Leuchten – es leuchtet im Takt, hat einen Rhythmus. Den Rhythmus meines Herzens. Baduum, baduum, baduum …..

DIE SCHWARZE WOLKE – eine Handgeschichte

Die schwarze Wolke

Schon als ich noch ein Kind war, habe ich diese schwarze Wolke über meiner Mutter wahrgenommen. Lange Zeit habe ich mich von dieser dunklen Energie bedroht gefühlt. Sie war immer präsent, sehr nahe und doch nicht sichtbar und hat mir Angst gemacht. Für mich war klar, dass diese Energie weiblich ist.

Eines Nachts im Jahre 1988 hatte ich ein initiales Erlebnis.

Damals lebte ich auf den Seychellen. Als ich des nachts nach Hause in mein Zimmer kam, war sie nicht wie gewöhnlich irgendwo versteckt, sondern sass auf meinem Bett! Jung, hager, mit schwarzem, strähnigem, langem Haar. Wir schauten uns direkt in die Augen.

Mein Blick hielt dem ihren Stand bis sie plötzlich, mit einem ultrahohen, lauten Ton wie eine Sirene durch den Spalt in der Glastüre verschwand. Für immer, denn seit dieser Nacht hat sie mich nie mehr aufgesucht. Exakt zu dieser Zeit hat meine Mutter, bewusst oder unbewusst, ihren Fokus voll und ganz auf meine Schwester verlegt.

Mir war bald klar, dass die ganze Geschichte mit dieser schwarzen Wolke über meiner Mutter eine Ahnengeschichte sein muss. Etwas, das sie weitergeben muss. Was bei mir nicht funktioniert hat, hat sie erfolgreich bei meiner Schwester angewendet. Leider kann ich mit den beiden darüber nicht reden, da sie anders denken als ich.

Kürzlich hatten wir einen riesen Disput und ich habe  mit einer Freundin darüber geredet und ihr von der schwarzen Wolke erzählt, die ich bereits als Kind wahrgenommen hatte. Am folgenden Tag hat sie mir Ausschnitte aus einem Buch von Phyllis Krystal geschickt mit einer Textpassage; The black Family cloud.

Für einen kurzen Moment hat mir der Atem gestockt. Wahnsinn! Jetzt redet eine renommierte Psychotherapeutin über ein Phänomen, ja nimmt sogar „meine Worte“, und beschreibt exakt, was ich all die Jahre erlebt und wahrgenommen und kaum jemandem je erzählt habe. Die wenigsten haben mich wirklich ernst genommen. 

So ist es leider auch heute noch. Doch mittlerweile kann ich damit anders umgehen. Ich habe gelernt, dass ich Dinge wahrnehme, Bilder lesen und in Worte fassen kann, die vielen Menschen in dieser Form verborgen bleiben, und dass ich meiner Wahrnehmung vertrauen kann. Auch wenn es kaum jemand wirklich versteht.  

LIEBER ANTONIUS – eine Lebensgeschichte

Lieber Antonius

lieber Antonius

Wie ein Stossgebet gen Himmel, hab ich diese Worte still hinaus gesendet, spät abends beim Waschen meines Gesichtes im Bad. Lieber Antonius, bitte, du bist meine letzte Hoffnung! Ja, ich weiss, ich hätte dich schon viel früher ernsthaft anrufen können, doch irgendwo tief in mir drin sitzt da dieser Zweifel. 

Wer Antonius ist? Angeblich ist er als der Heilige aus Padua bekannt, der Verlorenes wiederfindet. Das ist mir schon früher mal gesagt worden, als ich verzweifelt nach Etwas gesucht hatte. Ich hab schon mein Wasserglas im Schuhschrank wieder angetroffen, oder den Orangensaft beim Katzenklo.

Diesmal ist es jedoch echt wichtig. Im Restaurant, in dem wir am Mittag gegessen hatten, habe ich bereits nachgefragt. Nichts. Meine Schwiegermutter hab ich auch schon gefragt, ob ich ihn noch hatte, als wir uns trafen. Ja, sie habe ihn an mir gesehen, das wisse sie genau. Dann muss er also im Haus sein. Nur wo?

Alles haben wir abgesucht, meine Family und ich. Alle Taschen gekehrt, in der Jacke, den Hosen, der Handtasche. Im Bad, den Schubladen, im Kleiderschrank. Im Keller und in der Waschmaschine. Mit Handschuhen bewaffnet den Kompost und den Abfallsack durchwühlt. In den Abfluss aller Lavabos geleuchtet. Nix. 

Gopf! Warum passiert das immer mir? Schon meine lila Laptop-Tasche ist spurlos verschwunden, obwohl ich haargenau weiss, dass ich sie extra an einen Ort gelegt habe, wo sie nicht stört. Manchmal hab ich echt das Gefühl ich lebe in einem geheimen, schwarzen Loch, in dem dauernd irgend etwas verschluckt wird. 

Ziemlich entmutigt will ich grad meine Jeans zum Waschen die Treppe runter werfen. Doch etwas in mir hält mich zurück. So schmeisse ich sie stattdessen einfach auf den Boden und ….. hast du das gehört?! Frag ich meinen Mann. Es hat geklimpert! Und aus der Tasche gefallen ist; mein Ehering! Danke lieber Antonius!

DER LEADER – eine Lebensgeschichte

Der Leader

der Leader

Kürzlich beim Joggen hat sich in meinem Kopf ein Film abgespielt und ich habe dabei mein Leben in Bezug aufs Leader sein Revue passieren lassen. Denn der Leader ist Teil meines Lebenszweckes, wie ich es in meiner letzten Geschichte aufgezeigt habe. Was bedeutet es, Leader zu sein? Für mich ganz klar: 

Im Leben vorwärts zu kommen, einen Schritt nach dem Anderen zu machen. Jede Runde die man dreht, etwas weiter und grösser werden zu lassen und an jedem Punkt an dem man immer wieder vorbei kommt, etwas Neues dazu zu lernen. Wie ein Luftballon, der mit jedem Luftstoss, den ich in ihn rein puste grösser, runder und praller wird und irgendwann ganz hoch hinaus fliegt. 

Warum ich so denke? Weil ich ein Leader Typ bin. Eben weil das Teil meines Lebenszweckes ist. Weil ich den Menschen einen Weg aufzeigen möchte, den sie gehen könnten. Wenn ich zum Beispiel mit Ringana das Ziel erreiche, in dem ich die Trainerausbildung machen kann, werde ich dort vor Menschen stehen und sprechen und eben nicht so nervös sein, wie es vielleicht manch andere sind, die das so noch nie gemacht haben. 

Und wo hab ich das denn nun schon überall gemacht in meinem Leben? 

Bei Handstory GmbH mein eigener Chef sein, selbst bestimmen. Selbstverantwortung übernehmen. Kurse geben.

In meinem Muttersein, meinen Kindern Wege und Möglichkeiten aufzeigen. Nicht immer ganz so easy ;-), vor allem in der Teenagerzeit. 

Meine Jahre als Flugbegleiterin. Vor den Menschen stehen, sagen wo es im Notfall lang geht, wo die Sauerstoffmasken rausfallen, wo die Schwimmwesten sich befinden. 

Als Maitre de Cabine die Crew briefen, Ansprechperson sein, fürs Cockpit, am Doc. Ins Mikrofon sprechen, koordinieren, führen, leiten. 

Als Kindergärtnerin mich an die Eltern wenden, sie informieren über die Entwicklung und das Potential Ihrer Kinder. Den Kindern zeigen wie sie sich entfalten können, dass sie stark sind und etwas erreichen können.

Als Reiseleiterin auf auf den Seychellen die Menschen durch die Schönheit der Natur begleiten und mit Hotelmanagern Gespräche über neue Vereinbarungen führen.

Als grosse, junge, blonde Frau alleine durch Thailand, China und Indien reisen und sich von den Dorfbewohnern anfassen und begutachten lassen.

Irgendwie hab ich immer geführt, mich dabei jedoch stets auch von meinem eigenen, inneren Leader führen lassen. Also; just go and trust!

BEGLEITER MIT VIER PFOTEN – eine Lebensgeschichte

Begleiter mit vier Pfoten

Begleiter mit vier Pfoten

Es klingelt an der Türe, ich erwarte eine Kundin. Doch damit, dass sie einen Begleiter mitbringt, habe ich nicht gerechnet. Ein Begleiter mit vier Pfoten. Ziemlich gross, mit rotem Fell. Schwanzwedelnd begrüsst er mich, als würde er mich kennen. Meine Katzen allerdings, werden nicht erfreut sein über diesen Besuch. 

Bevor ich sie reinlasse, möchte ich meine Katzen „in Sicherheit“ bringen und das Törchen schliessen. Die Kleine verschwindet eh sobald jemand ins Haus kommt, den sie nicht kennt. Doch vom Kater weiss ich, dass er schreckliche Angst hat vor Hunden. Wenn vorne auf dem Weg einer vorbei spaziert, kommt er immer blitzartig reingeschossen.

Gut, er ist bereits draussen. Doch er sitzt direkt vor der Glasscheibe und schaut den unerwarteten Begleiter mit vier Pfoten erstaunt an. Nicht ängstlich, eher fragend, interessiert. Um ihm die Wahl zu lassen, öffne ich die Verandatüre. Tatsächlich kommt er schnurstracks rein und geht geradewegs auf den Hund zu.

Ganz ruhig setzen sich die beiden einander gegenüber und schauen sich still in die Augen. Etwas ganz Spezielles passiert da grad. Ich frage nach dem Namen des Hundes. Simba heisst er. Genau wie der Bruder meines Katers, der leider früh schon überfahren worden ist. Jimmy hat danach tagelang herzzerbrechend schreiend im ganzen Haus nach ihm gesucht. Er hatte auch ein rotes Fell!

Auch das Alter des Hundes passt. Er ist nach dem Unfall von unserem Simba geboren worden. Sein Frauchen sagt mir, dass sie eigentlich gar nicht vorhatte, ihn mitzubringen, doch er habe sie wie dazu gedrängt. Ich traute mich fast nicht, ihr zu erzählen, was ich gerade denke. Doch ich tue es, und sie versteht meine karmische Folgerung sogleich.

Sogar meine Kleine, ein scheues Weibchen, hat sich neugierig auf die Treppe gesetzt, um dieser bewegenden Szenerie beizuwohnen. Etwas Mystisches, Zauberhaftes liegt in der Luft. Ein Wiedersehen der ganz speziellen Art. 

GESUNDHEIT – eine Lebensgeschichte

Gesundheit

Gesundheit

Das kostbarste Gut überhaupt, das ist uns allen bewusst. Oder doch nicht? Ist Gesundheit etwas, das wir einfach so als gegeben hinnehmen? Wenn dem so ist, dann definitiv nur, bis wir sie nicht mehr haben, die Gesundheit. Spätestens dann realisieren wir nämlich, wie wertvoll es ist, gesund zu sein.

Auch wenn es nicht uns selbst betrifft, sondern Menschen, die uns am Herzen liegen. Wenn wir realisieren, dass dieses Nichtgesundsein lebensbedrohlich sein kann, ja, sogar Leben nimmt. Und das in Momenten, in denen wir am wenigsten damit rechnen. Nicht glauben können oder wollen, dass sie nicht mehr da sind.

Unser Körper besteht zu einem enorm hohen Anteil aus Wasser. Wasser leitet, nimmt auf, ist anpass- und wandelbar. Es steht für die Liebe, die Welt der Gefühle und Emotionen. Das Zwischenmenschliche. Beziehungen. Auch jene zu uns selbst. Wie sehr lieben und wertschätzen wir uns selber? 

Wie respektvoll gehen wir mit unserem Körper um? Was füllen wir in unsere Körper rein? Womit füttern wir ihn? Was trinken und essen wir? Was atmen wir ein? In welcher Umgebung halten wir uns auf? Was lassen wir an, auf und durch unsere Haut? Sie ist unser grösstes Organ, es transportiert alles in und aus dem Körper. 

Wenn es uns seelisch nicht gut geht, zeigt sich das sehr bald auch auf der physischen Ebene. Unser Hautbild verschlechtert sich. In uns wird es eng und angespannt. Wenn wir etwas verdrängen, staut es sich an und wird nicht mehr genährt von Sauerstoff. Es bleibt stehen, stagniert, wird faul, fliesst nicht mehr.

„Das geht unter keine Kuhhaut“. Sagt ein Sprichwort. Warum? Weil es Sachen gibt, die selbst die dickste Haut nicht mehr aufnehmen kann. Weil wir zuschauen müssen, wie Menschen krank werden oder sogar sterben, obwohl sie doch alles „richtig“ gemacht haben und doch die Gesundheit nicht mehr auf ihrer Seite war. 

Möge Gesundheit mit euch sein!

SENSATION – eine Lebensgeschichte

Sensation

Sensation

Was genau ist eine Sensation? Ab wann brauchen wir dieses Wort? Was beinhaltet es? Eine solche Interpretation ist sehr individuell, wie bei anderen Worten auch. Wir bedienen uns zwar vieler Worte in ein und derselben Sprache, doch was wir genau damit meinen und ausdrücken möchten, kann unterschiedlicher kaum sein.

So gängige, oft unbewusst benutzte Worte wie Zu-Fall oder Ent-Täuschung kennen wir alle gut. Doch was bedeutet das Wort Sensation für uns? To sense bedeutet so viel wie fühlen, spüren auf englisch. Es passiert also etwas, das unser Fühlen und Spüren aktiviert. Und genau das ist eben bei jeder Person anders. 

Was berührt uns? Löst in uns eine Gänsehaut aus? Was lässt uns staunen, aufhorchen, hellwach werden? Immer etwas unglaublich Einzigartiges. Eben eine Sensation. Etwas, das es in dieser Art selten gibt. Etwas, das uns begeistert und fasziniert, und uns den Menschen bewundern lässt, der damit in Verbindung steht.

So ist es mir heute beim Betrachten eines kurzen Videos ergangen. Eine Art Talentshow, bei der eine 13 Jährige auftritt. Unscheinbar, klein, schmal, scheu und total nervös. Die Fragen der Juroren kann sie vor lauter Lampenfieber gar nicht beantworten. Welche Art von Musik sie möge? Keine Ahnung, so ihre Antwort.

Dann kommt der Auftakt. Das Mädchen wartet, bewegt sich nicht. Ob sie sich tatsächlich traut? Langsam werde ich ungeduldig, doch ich weiss, dass da etwas dran sein muss. Die Person, die das Video gepostet hat ist mit bekannt, und ich vertraue darauf, dass es speziell sein muss. Also warte ich die ersten Takte ab.

Dann plötzlich rockt die Kleine ab wie eine Rakete. Eine Stimme wie Janis Joplin! Unglaublich, stark, voll Rohr und selbstvergessen. Völlig losgelöst von dieser Welt. Sie singt, als würde niemand zuhören, tanzt, als würde keiner zusehen. Mir beben alle Zellen und Tränen des Tief-bewegt-seins fliessen. Eine absolute Sensation!

KARMA? – eine Lebensgeschichte

Karma?

In meiner selbständigen Tätigkeit als Handanalytikerin, lese ich in den Händen der Menschen ihren Seelenplan. Was sie bereits mitbringen in dieses Leben und was sie erreichen, lernen und transformieren möchten. Ob das Karma ist, oder ihre Seelen DNA, kommt ganz darauf an wie weit jemand zurückspulen möchte. 

Unser schwarzer Kater Jimmy setzt sich jeweils dazu. Mit gespitzten Ohren lauscht er und zeigt grosse Empathie für die Person auf dem dunkellila Sessel in meiner Praxis. Je länger ich Jimmys  Gebärden beobachte, desto mehr stellt sich für mich die Frage, ob er vielleicht selber dabei etwas lernen möchte.

Morgens, wenn ich die Zeitung auf dem Küchentisch deponiere, legt er sich genüsslich darüber. Wenn unsere Tochter am Piano übt, pflarzt er sich über die Tasten und  wenn es Kaffeeresten unter der Mühle hat, wälzt er sich regelrecht darin. Beim Bügeltisch wartet er auf ein frisches Hemd, hinter das er sich dann schon fast stolz stellt. 

Es macht den Anschein, als würde Wehmut hinter all seinen Aktionen stecken. Als würde er die Zeiten vermissen, in denen er selber jeden Morgen die Tageszeitung und einen frisch gebrauten Espresso neben sich hatte und abends im weissen Hemd in einer Pianobar den hektischen Tag ausklingen lassen konnte. 

Des nachts ruft das Abenteuer und es zieht ihn raus. Er geht auf Eroberungstour und bringt oft fette Beute oder eine arge Schramme mit nach Hause, denn nicht selten fliegen bei blutigen, lauten Kämpfen so richtig die Fetzen. Es treibt sich da so eine Katzengang im Quartier herum und einer hängt den Matcho-Boss raus.

Vielleicht war er ja tatsächlich in einem früheren Leben mal so ein italienischer Mafioso. Einer, der andere übers Ohr gehauen, sie ausgenutzt und um ihr Geld gebracht hat. Wer weiss. Und jetzt muss er zur Strafe als Katze eine Lebensrunde drehen und das Dolce-far-niente und faul Rumhängen bis zum Abwinken ertragen. Karma?