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DER ZAHNARZT – eine Handgeschichte

Der Zahnarzt

der Zahnarzt

In einem Altenheim ist eines der wenigen Dinge, die noch wirklich Lust und Freude bereiten, das Essen. Wenn jedoch ab einem gewissen Jahrgang die Bezahnung oben und unten einfach nirgends mehr übereinstimmt, wird es schwierig. Der Besuch beim Zahnarzt ist angesagt, denn wer hat schon Lust auf Suppe jeden Tag?

Vor genau einem Jahr hat der ortsansässige Zahnarzt gemeint, in diesem speziellen Fall sei leider nichts mehr zu machen. Hörig wie manch einer von uns ist wenn es um die Meinung von Menschen in weissen Kitteln geht, wird das Urteil kommentarlos hingenommen und frustriert weiter brav Suppe gelöffelt. 

Eine zweite Meinung muss her. Raus aus dem Dorf, rein in die Stadt. Die Auswahl ist gross und der Zahnarzt wird übers Bauchgefühl ausgewählt und ein Termin vereinbart. Wie gerne würde ich seinen Namen hier nennen, aber das darf ich nicht. Auf jeden Fall kommt er postwendend auf meine Liste der; Leute und ihre Namen. 

Nun, er nimmt sich wirklich viel Zeit für uns und ich merke, er ist sehr interessiert und ehrgeizig. Er will unbedingt eine Lösung für uns finden. Abdrücke vom Kiefer werden gemacht, überlegt, geschaut, die Röntgen studiert. Diese stillen Momente nutze ich, um seine Hände genauer zu betrachten. Erstaunt bin ich eigentlich nicht.

Seine Finger sind lang, das Nagelbett breit, die Daumen dominant, gross und kräftig. Im Handteller zeigt sich eine ganz spezielle, prominente Linie, die sich quer von einer Kante zur anderen zieht. Sie vereint Kopf- und Herzenergie in einem Kanal. Eine sogenannte Simianlinie. Auch ein Begabungszeichen übrigens.

Menschen mit einer solchen Kombination haben Ambitionen, einen starken Willen und einen schier unendlichen Fokus wenn es um das Stillen ihres Wissenshungers geht. Bei diesem Zahnarzt weiss ich, da sind wir an der richtigen Adresse. Er wird auf jeden Fall ein Resultat liefern. Beruhigt lehne ich mich zurück und lächle still. 

DIE PERLENTAUCHERIN eine Handgeschichte

Die Perlentaucherin

Die Perlentaucherin
Ganz intuitiv, und weil sie glaubt puttygen , dass ihr schon alles zum rechten Zeitpunkt zufalle, nimmt diese junge Frau mir gegenüber Platz und lässt sich ein, mit mir auf Spurensuche zu gehen.
 
Auch ihre Hände sprechen auf verschiedenen Ebenen diese intuitive Sprache. Eine davon ist ihre Kopflinie, die ganz steil und tief abtaucht. Zwar versucht ein kleiner Ableger noch mit Vehemenz, sie auf eine rational denkende Gerade zu bringen, doch vergebens. Die Kraft und der Sog nach unten sind jedoch viel stärker. 
 

Sie hat damit die Fähigkeit, in Tiefen abzutauchen, die andere nicht erreichen können. Wie eine Perlentaucherin ohne Sauerstoff abtaucht in eine stille, schwerelose Welt und dort eine Perle, einen Schatz birgt, der von den Menschen an der Oberfläche bewundert und bestaunt wird. Sie würden gerne auch solche Schätze bergen, doch sie haben Angst. Angst, nicht genügend Kraft und nicht genügend Luft zu haben, um rechtzeitig wieder aufzutauchen. Angst, in den Wogen des Unberechenbaren zu versinken. 

Ich erkläre der jungen Frau, dass sie andere Menschen, die in solche Tiefen gefallen oder vorgedrungen sind und aus eigener Kraft nicht mehr hoch kommen, an die Hand nehmen und wieder an die Oberfläche begleiten kann. Dies sei so stark in ihrer Hand, dass es richtig gehend danach rufe, diese Fähigkeit beruflich auszuüben.
 
Meine Worte überwältigen sie und es fliessen Tränen. Sie fühlt sich erkannt und wahrgenommen. Genau das spüre sie so stark in sich. Doch immer wieder seien ihr Widerstände und Skeptiker begegnet. Jetzt sei sie bestärkt, ihrem eigenen, inneren Pfad zu folgen!