AUFTANKEN – eine Lebensgeschichte

Auftanken

Auf nach Arosa. Doch kaum im Auto bemerke ich, dass mein Tank leer ist. Also nichts wie los zum Auftanken. Fast schon blinde Routine. Bezahlen, Kolben rein, volltanken und weiter gehts. Doch oha, meine Tankanzeige leuchtet immer noch auf. Hää? Was soll das denn? Bestimmt ist da einfach das Lämpchen kaputt. 

So fahre ich also weiter und treffe ein paar hundert Meter weiter vorne per Zufall meinen Partner, der mit dem Bike unterwegs ist. Ich kurble das Fenster runter, erzähle ihm, was da grad abgeht und auch er meint, dass da sicher nur das Kontrolllämpchen defekt sei. Also ab Richtung Chur. Mein Gefühl im Bauch ist allerdings nicht so überzeugt von der Lämpchengeschichte. 

In Chur an der Tankstelle halte ich wieder an und frage, ob jemand da ist, der weiss wo in meinem Auto ein Sensor sei und ob der allenfalls einfach wieder aktiviert werden könne. Doch es war niemand so da. Also fahre ich tatsächlich einfach weiter, die kurvige Strasse hoch durchs enge Tal, bis schliesslich, wer hätte das gedacht, in den letzten Kurven urplötzlich aus die Maus ist. 

Erst schraubt der Motor runter auf 50% Leistung, ein paar Meter weiter auf 20, 10 dann 0. Hab wie verrückt das Gaspedal gepumpt und es grad noch geschafft, den Wagen an den Strassenrand zu fahren. 5 vor 12. Wortwörtlich. Und jetzt? Mama wartet auf mich am Mittagstisch. Also Daumen raus und rein ins nächste Auto, das  mich just noch pünktlich ins Alterszentrum bringt. 

Nach dem Essen muss ich dafür sorgen, dass mein Auto endlich richtig aufgetankt wird, damit ich wieder heim komme. Das ist mir alles recht eingefahren, weil es mit uns doch genau gleich läuft. Wir haben das Gefühl vollgetankt zu sein, schauen über alle Warnlampen hinweg, schieben alles zur Seite, sogar unsere Intuition, die sagt; ich hab kein gutes Gefühle. 

Und dennoch machen wir weiter, bis wir irgendwann hängen, nichts mehr geht und wir die allerletzte Kurve knapp noch kratzen bevor wir stehenbleiben. Wollen wir es wirklich soweit kommen lassen? Unsere Energie ausbeuten, über alle Grenzen hinwegsehen? Nichts tun? Alle Warnlämpchen ignorieren? Nein! Das ist definitiv NICHT der richtige Weg.

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