Archiv der Kategorie: Lebensgeschichte

Der Leader – eine Lebensgeschichte

Der Leader

der Leader

Kürzlich beim Joggen hat sich in meinem Kopf ein Film abgespielt und ich habe dabei mein Leben in Bezug aufs Leader sein Revue passieren lassen. Denn der Leader ist Teil meines Lebenszweckes, wie ich es in meiner letzten Geschichte aufgezeigt habe. Was bedeutet es, Leader zu sein? Für mich ganz klar: 

Im Leben vorwärts zu kommen, einen Schritt nach dem Anderen zu machen. Jede Runde die man dreht, etwas weiter und grösser werden zu lassen und an jedem Punkt an dem man immer wieder vorbei kommt, etwas Neues dazu zu lernen. Wie ein Luftballon, der mit jedem Luftstoss, den ich in ihn rein puste grösser, runder und praller wird und irgendwann ganz hoch hinaus fliegt. 

Warum ich so denke? Weil ich ein Leader Typ bin. Eben weil das Teil meines Lebenszweckes ist. Weil ich den Menschen einen Weg aufzeigen möchte, den sie gehen könnten. Wenn ich zum Beispiel mit Ringana das Ziel erreiche, in dem ich die Trainerausbildung machen kann, werde ich dort vor Menschen stehen und sprechen und eben nicht so nervös sein, wie es vielleicht manch andere sind, die das so noch nie gemacht haben. 

Und wo hab ich das denn nun schon überall gemacht in meinem Leben? 

Bei Handstory GmbH mein eigener Chef sein, selbst bestimmen. Selbstverantwortung übernehmen. Kurse geben.

In meinem Muttersein, meinen Kindern Wege und Möglichkeiten aufzeigen. Nicht immer ganz so easy ;-), vor allem in der Teenagerzeit. 

Meine Jahre als Flugbegleiterin. Vor den Menschen stehen, sagen wo es im Notfall lang geht, wo die Sauerstoffmasken rausfallen, wo die Schwimmwesten sich befinden. 

Als Maitre de Cabine die Crew briefen, Ansprechperson sein, fürs Cockpit, am Doc. Ins Mikrofon sprechen, koordinieren, führen, leiten. 

Als Kindergärtnerin mich an die Eltern wenden, sie informieren über die Entwicklung und das Potential Ihrer Kinder. Den Kindern zeigen wie sie sich entfalten können, dass sie stark sind und etwas erreichen können.

Als Reiseleiterin auf auf den Seychellen die Menschen durch die Schönheit der Natur begleiten und mit Hotelmanagern Gespräche über neue Vereinbarungen führen.

Als grosse, junge, blonde Frau alleine durch Thailand, China und Indien reisen und sich von den Dorfbewohnern anfassen und begutachten lassen.

Irgendwie hab ich immer geführt, mich dabei jedoch stets auch von meinem eigenen, inneren Leader führen lassen. Also; just go and trust!

Begleiter mit vier Pfoten – eine Lebensgeschichte

Begleiter mit vier Pfoten

Begleiter mit vier Pfoten

Es klingelt an der Türe, ich erwarte eine Kundin. Doch damit, dass sie einen Begleiter mitbringt, habe ich nicht gerechnet. Ein Begleiter mit vier Pfoten. Ziemlich gross, mit rotem Fell. Schwanzwedelnd begrüsst er mich, als würde er mich kennen. Meine Katzen allerdings, werden nicht erfreut sein über diesen Besuch. 

Bevor ich sie reinlasse, möchte ich meine Katzen „in Sicherheit“ bringen und das Törchen schliessen. Die Kleine verschwindet eh sobald jemand ins Haus kommt, den sie nicht kennt. Doch vom Kater weiss ich, dass er schreckliche Angst hat vor Hunden. Wenn vorne auf dem Weg einer vorbei spaziert, kommt er immer blitzartig reingeschossen.

Gut, er ist bereits draussen. Doch er sitzt direkt vor der Glasscheibe und schaut den unerwarteten Begleiter mit vier Pfoten erstaunt an. Nicht ängstlich, eher fragend, interessiert. Um ihm die Wahl zu lassen, öffne ich die Verandatüre. Tatsächlich kommt er schnurstracks rein und geht geradewegs auf den Hund zu.

Ganz ruhig setzen sich die beiden einander gegenüber und schauen sich still in die Augen. Etwas ganz Spezielles passiert da grad. Ich frage nach dem Namen des Hundes. Simba heisst er. Genau wie der Bruder meines Katers, der leider früh schon überfahren worden ist. Jimmy hat danach tagelang herzzerbrechend schreiend im ganzen Haus nach ihm gesucht. Er hatte auch ein rotes Fell!

Auch das Alter des Hundes passt. Er ist nach dem Unfall von unserem Simba geboren worden. Sein Frauchen sagt mir, dass sie eigentlich gar nicht vorhatte, ihn mitzubringen, doch er habe sie wie dazu gedrängt. Ich traute mich fast nicht, ihr zu erzählen, was ich gerade denke. Doch ich tue es, und sie versteht meine karmische Folgerung sogleich.

Sogar meine Kleine, ein scheues Weibchen, hat sich neugierig auf die Treppe gesetzt, um dieser bewegenden Szenerie beizuwohnen. Etwas Mystisches, Zauberhaftes liegt in der Luft. Ein Wiedersehen der ganz speziellen Art. 

Gesundheit – eine Lebensgeschichte

Gesundheit

Gesundheit

Das kostbarste Gut überhaupt, das ist uns allen bewusst. Oder doch nicht? Ist Gesundheit etwas, das wir einfach so als gegeben hinnehmen? Wenn dem so ist, dann definitiv nur, bis wir sie nicht mehr haben, die Gesundheit. Spätestens dann realisieren wir nämlich, wie wertvoll es ist, gesund zu sein.

Auch wenn es nicht uns selbst betrifft, sondern Menschen, die uns am Herzen liegen. Wenn wir realisieren, dass dieses Nichtgesundsein lebensbedrohlich sein kann, ja, sogar Leben nimmt. Und das in Momenten, in denen wir am wenigsten damit rechnen. Nicht glauben können oder wollen, dass sie nicht mehr da sind.

Unser Körper besteht zu einem enorm hohen Anteil aus Wasser. Wasser leitet, nimmt auf, ist anpass- und wandelbar. Es steht für die Liebe, die Welt der Gefühle und Emotionen. Das Zwischenmenschliche. Beziehungen. Auch jene zu uns selbst. Wie sehr lieben und wertschätzen wir uns selber? 

Wie respektvoll gehen wir mit unserem Körper um? Was füllen wir in unsere Körper rein? Womit füttern wir ihn? Was trinken und essen wir? Was atmen wir ein? In welcher Umgebung halten wir uns auf? Was lassen wir an, auf und durch unsere Haut? Sie ist unser grösstes Organ, es transportiert alles in und aus dem Körper. 

Wenn es uns seelisch nicht gut geht, zeigt sich das sehr bald auch auf der physischen Ebene. Unser Hautbild verschlechtert sich. In uns wird es eng und angespannt. Wenn wir etwas verdrängen, staut es sich an und wird nicht mehr genährt von Sauerstoff. Es bleibt stehen, stagniert, wird faul, fliesst nicht mehr.

„Das geht unter keine Kuhhaut“. Sagt ein Sprichwort. Warum? Weil es Sachen gibt, die selbst die dickste Haut nicht mehr aufnehmen kann. Weil wir zuschauen müssen, wie Menschen krank werden oder sogar sterben, obwohl sie doch alles „richtig“ gemacht haben und doch die Gesundheit nicht mehr auf ihrer Seite war. 

Möge Gesundheit mit euch sein!

SENSATION – eine Lebensgeschichte

Sensation

Sensation

Was genau ist eine Sensation? Ab wann brauchen wir dieses Wort? Was beinhaltet es? Eine solche Interpretation ist sehr individuell, wie bei anderen Worten auch. Wir bedienen uns zwar vieler Worte in ein und derselben Sprache, doch was wir genau damit meinen und ausdrücken möchten, kann unterschiedlicher kaum sein.

So gängige, oft unbewusst benutzte Worte wie Zu-Fall oder Ent-Täuschung kennen wir alle gut. Doch was bedeutet das Wort Sensation für uns? To sense bedeutet so viel wie fühlen, spüren auf englisch. Es passiert also etwas, das unser Fühlen und Spüren aktiviert. Und genau das ist eben bei jeder Person anders. 

Was berührt uns? Löst in uns eine Gänsehaut aus? Was lässt uns staunen, aufhorchen, hellwach werden? Immer etwas unglaublich Einzigartiges. Eben eine Sensation. Etwas, das es in dieser Art selten gibt. Etwas, das uns begeistert und fasziniert, und uns den Menschen bewundern lässt, der damit in Verbindung steht.

So ist es mir heute beim Betrachten eines kurzen Videos ergangen. Eine Art Talentshow, bei der eine 13 Jährige auftritt. Unscheinbar, klein, schmal, scheu und total nervös. Die Fragen der Juroren kann sie vor lauter Lampenfieber gar nicht beantworten. Welche Art von Musik sie möge? Keine Ahnung, so ihre Antwort.

Dann kommt der Auftakt. Das Mädchen wartet, bewegt sich nicht. Ob sie sich tatsächlich traut? Langsam werde ich ungeduldig, doch ich weiss, dass da etwas dran sein muss. Die Person, die das Video gepostet hat ist mit bekannt, und ich vertraue darauf, dass es speziell sein muss. Also warte ich die ersten Takte ab.

Dann plötzlich rockt die Kleine ab wie eine Rakete. Eine Stimme wie Janis Joplin! Unglaublich, stark, voll Rohr und selbstvergessen. Völlig losgelöst von dieser Welt. Sie singt, als würde niemand zuhören, tanzt, als würde keiner zusehen. Mir beben alle Zellen und Tränen des Tief-bewegt-seins fliessen. Eine absolute Sensation!

KARMA? – eine Lebensgeschichte

Karma?

In meiner selbständigen Tätigkeit als Handanalytikerin, lese ich in den Händen der Menschen ihren Seelenplan. Was sie bereits mitbringen in dieses Leben und was sie erreichen, lernen und transformieren möchten. Ob das Karma ist, oder ihre Seelen DNA, kommt ganz darauf an wie weit jemand zurückspulen möchte. 

Unser schwarzer Kater Jimmy setzt sich jeweils dazu. Mit gespitzten Ohren lauscht er und zeigt grosse Empathie für die Person auf dem dunkellila Sessel in meiner Praxis. Je länger ich Jimmys  Gebärden beobachte, desto mehr stellt sich für mich die Frage, ob er vielleicht selber dabei etwas lernen möchte.

Morgens, wenn ich die Zeitung auf dem Küchentisch deponiere, legt er sich genüsslich darüber. Wenn unsere Tochter am Piano übt, pflarzt er sich über die Tasten und  wenn es Kaffeeresten unter der Mühle hat, wälzt er sich regelrecht darin. Beim Bügeltisch wartet er auf ein frisches Hemd, hinter das er sich dann schon fast stolz stellt. 

Es macht den Anschein, als würde Wehmut hinter all seinen Aktionen stecken. Als würde er die Zeiten vermissen, in denen er selber jeden Morgen die Tageszeitung und einen frisch gebrauten Espresso neben sich hatte und abends im weissen Hemd in einer Pianobar den hektischen Tag ausklingen lassen konnte. 

Des nachts ruft das Abenteuer und es zieht ihn raus. Er geht auf Eroberungstour und bringt oft fette Beute oder eine arge Schramme mit nach Hause, denn nicht selten fliegen bei blutigen, lauten Kämpfen so richtig die Fetzen. Es treibt sich da so eine Katzengang im Quartier herum und einer hängt den Matcho-Boss raus.

Vielleicht war er ja tatsächlich in einem früheren Leben mal so ein italienischer Mafioso. Einer, der andere übers Ohr gehauen, sie ausgenutzt und um ihr Geld gebracht hat. Wer weiss. Und jetzt muss er zur Strafe als Katze eine Lebensrunde drehen und das Dolce-far-niente und faul Rumhängen bis zum Abwinken ertragen. Karma?  

BEZIEHUNG IM SERVICE – eine Lebensgeschichte

Beziehung im Service

Beziehung im Service

Valentin ist zwar bereits weitergezogen, doch diese Geschichte möchte ich euch nicht vorenthalten. Sagt ein Mann zu seiner Frau: „Schatz, wir müssen dringend das Auto in den Service bringen“. Worauf sie nach einer kurzen, nachhaltigen Pause meint: „Hmmm, unsere Beziehung braucht auch dringend einen Service“.

Mir gefällt diese Analogie. Sie ist unglaublich stark. Es veranschaulicht so klar und deutlich, worum es in einer Beziehung geht. Und das erst noch in einer Sprache, die ein Mann sehr gut verstehen und nachvollziehen kann 😉. Ein optimaler Vergleich, der verständlich macht, was wirklich wichtig ist für eine Beziehung.

Wenn nämlich ein Auto nicht regelmässig gewartet wird, laufen wir Gefahr, dass wir mitten auf der Strasse, im ungünstigsten Moment einfach stehen bleiben. Wir wollen nicht riskieren, dass der Pannendienst gerufen werden muss, der Zeitplan in Verzug gerät, die Geduld unnötig strapaziert wird und die Nerven blank liegen.

In einer Beziehung sieht das ähnlich aus. Wenn sie nicht gepflegt wird, kommt dieses gemeinsame Lebensgefährt gewaltig ins Schleudern und schliesslich an einen Punkt, wo es einfach nicht mehr weiter geht und alles zum Stillstand kommt. Spätestens dann steigt einer aus, oder es wird Hilfe herbeigezogen.

Es geht um eine gemeinsamen Wegstrecke, ein zusammen Vorwärtskommen in einer Beziehung. Wenn wir in diesem Gefährt weiter miteinander unterwegs sein möchten, müssen wir Sorge dazu tragen, so wie wir es auch mit unserem Auto tun. Aufmerksam dranbleiben und reagieren, bevor es zum Stillstand kommt.

Und wie geht das? Eine Spritztour zu zweit? Ein gemeinsames Wochenende an einem aussergewöhnlichen Ort? Ein Glas Wein bei einem Gespräch in achtsamer Präsenz? Waches Interesse am Gegenüber? Austausch? Erzählen? Zuhören? Spüren wann Gas geben und wann gemütlicher unterwegs sein angesagt ist?

All das kostet nicht die Welt und es bringt uns an wunderbare, unvergessliche Orte der Zweisamkeit, wo wahre Nähe möglich wird. Denn nicht die Lackierung ist es, die zählt, sondern das Innenleben, der Motor!

OFFLINE – eine Lebensgeschichte

Offline

24 Stunden ohne Handy, ungewollt offline. Smartphone abgestürzt. Und ganz unerwartet hat mein in solchen Situationen meist durchgeknalltes Temperament völlig relaxed reagiert. Jetzt einfach nur  schlafen gehen, nichts mehr nachchecken und am nächsten Morgen vom Partner geweckt werden, ohne nervigen, digitalen Wecker. 

Herrlich! Aufstehen, ohne aufs Handy zu schauen, keine Ablenkung, kein Druck, kein Müssen. Geschenkte Zeit. Einfach so. Wie wunderbar! Was für ein entspannter Start in den Tag. Was für eine Präsenz. Und ich habe ein Alibi. Eine Ausrede? Ich bin offline. Nicht erreichbar. Nie hätte ich gedacht, dass ich das so geniessen könnte. 

Als ich mit damals mit knapp 20 mutterseelenalleine durch Thailand, China und Indien gereist bin, hat niemand genau gewusst wo ich bin und was ich mache. Hin und wieder eine Postkarte oder ein Brief, doch bei dessen Eintreffen war ich auch bereits schon wieder über alle Berge. Absolute Freiheit. Was für ein Gefühl!
 

Wie sehr abhängig wir von der heutigen Technik tatsächlich sind, und wie überwacht (!), wird uns wohl erst in solchen Augenblicken so richtig bewusst. Zwar haben wir noch keinen Chip implantiert, doch wir tragen den integrierten GPS ja auf Schritt und Tritt mit uns herum. Big brother is watching. 

Ich bin aber auch sehr dankbar für all die Möglichkeiten, die wir heute haben. Dass mein Büro in meine Manteltasche passt und ich arbeiten kann, wann und wo ich möchte. Dass meine Kinder vernetzt sind und via Klassenchat ihren Aufgaben nachgehen können. Sogar die Lehrer sind in diese Chats integriert.

Einer dieser Lehrer macht es besonders schlau. Er setzt Basis und Strategie beliebter online Spiele offline in der Klasse um. Soziales Verhalten und schulische Leistungen ermöglichen das Erreichen verschiedener Levels und besonderen Fähigkeiten, die wiederum neue Leben generieren. 
 

Top Motivation für die Jungendlichen. Wer ein neues Level erreicht, bestimmt unter anderem über eine ganze Lektion und darf diese nach Lust und Laune für sich gestalten. Kürzlich angeblich umgesetzt mit einem Privatfrühstück und selbst gemachten Pancakes am eigenen Pult. Es lebe die offline Innovation! 

 

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#METOO – eine Lebensgeschichte

#MeToo

#MeToo, eine Lebensgeschichte
Ganz harmlos steht er unter einem Baum mit seinem Fahrrad, vor dem querströmendem Regen Schutz suchend, ein nettes Lächeln im Gesicht, als er etwas zu mir sagt, das ich allerdings im Vorbeijoggen nicht auf Anhieb verstehe. Höflicherweise halte ich an, wende mich ihm zu und frage nach; Wie bitte?
 
Willst bumsen? Spinnst du eigentlich??!!! Schnell weiter, einfach nur wegrennen. Gopf! Hat sie der nicht mehr alle??! Was, wenn er mir folgt? Er hat zwei Räder, ich nur zwei Beine. Nur ja nicht zurück schauen. Vorwärts. Immer vorwärts. Was mach ich jetzt? Hat es auf meinem Weg Leute? Würden die mich schreien hören? Noch 9 Kilometer to go.
Das lass ich mir jetzt doch echt nicht versauen von so einem …… Mann! Hab ich jetzt Angst oder bin ich wütend? Ja, ich werde wütend, weil ich Angst habe. Doch ich bin auch stark. Alles würde ich geben. ihn anfauchen, mit meinen Augen fixieren, angreifen wie ein wildes Tier, so, dass ER vor Angst das Weite sucht. Ja, ich bin wild und stark!
Das war gestern. Was ich damals erlebt hatte zählt nicht. Oder? Das wollte ich nicht erzählen. Das ist doch harmlos, wenn mein Grossvater beim Äpfel sortieren plötzlich meine Brüste hält. Das ist doch nicht so schlimm. Er hat das doch nicht so gemeint. Das ist kein Grund, um auch #MeToo zu schreiben. Oder?
Meine Mama hat immer gesagt; als Frau musst du alles machen, was ein Mann will, sonst bist du keine richtige Frau. Kein einziges Detail hat sie ausgelassen bei ihren Erzählungen. War ich doch ihre einzige Bezugsperson, mit der sie auf diesem Wege über ihre eigenen #MeToo Themen sprechen konnte.

 

Ich war 7 oder so, als ich beschloss, keine Frau zu werden. Niemals. Mein Körper hat es sich gemerkt, hat alles dicht gemacht. Meine erste Menstruation hatte ich mit 18. Heute bin ich sehr dankbar. Dankbar eine Frau zu sein. Eine starke Frau, und in einem Land zu leben, in welchem wir Frauen das auch sein dürfen.

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KOINZIDENZEN – ODER WAS WIR ZUFALL NENNEN eine Lebens-Geschichte

Koinzidenzen – oder was wir Zufall nennen

Koinzidenzen - oder was wir Zufall nennen
 Wir kennen sie alle, diese Momente und Situationen in denen diese eine Prise Magie mitschwingt, wenn etwas Ungewöhnliches geschieht, das aus unerklärbaren Gründen zu dem Thema passt, mit dem wir uns gerade beschäftigen.
Wenn Geschichten beginnen mit: Der Zufall wollte, dass…. , sagt dies doch klar und deutlich aus, WAS der Zufall will. Was er für uns geplant hat, was er uns zufallen lassen möchte. Nämlich genau das, genau jetzt, absichtlich, extra.
So sehr im Detail geplant, dass wir wohl kaum jemals vollumfänglich begreifen werden, wie im Hintergrund all diese mystischen Fäden zusammen spannen und ein grosses Ganzes, ein Bild, ein Hologramm entstehen lassen. Alles geht auf. Perfektes Timing.
Kürzlich in einem Blumenladen, habe ich einen wunderschönen, mexikanischen Tontopf entdeckt mit einem Kaktus darin. Gerne hätte ich diesen Topf gekauft. Nur den Topf, ohne Pflanze, doch das ging leider nicht. Es fiel mir schwer, das Geschäft ohne diesen Topf zu verlassen.
Ein paar Stunden später und eine Stadt weiter, schlendere ich ziellos durch eine Einkaufspromenade. Ein plötzlicher Impuls liess mich noch einmal umzudrehen, um in dem einen, kleinen Kramladen noch etwas rumzustöbern.
Und was finde ich da? Ja genau! Exakt denselben Topf, den ich am Vormittag so wehmütig zurücklassen musste. Ist das nicht verrückt?

Ich liebe sie, diese absichtlich für uns geplanten, uns zufallenden Zu-Fälle. Sie zaubern mir jedes Mal ein stilles Lächeln ins Gesicht. Danke liebes Universum! Danke.

JEDE PERLE EINE TRÄNE eine Lebens-Geschichte

Jede Perle eine Träne 

Jede Perle eine Träne
So hat es mir meine Mutter damals gesagt, als ich noch ein Kind war. Diesen Satz habe ich verinnerlicht. Ihre lange, wunderschöne Perlenkette, übernommen von ihrer eigenen Mutter, hat sie für ganz besondere Momente aus einer kleinen Holzschatulle hervorgeholt. Fasziniert durfte ich in meinen Händen ihre glatte Oberfläche befühlen und den schimmernden Glanz bewundern.
 
Diese grossen, in all ihren Farbfacetten glänzenden, runden Perlen. Welch kostbarer Schatz. Unbezahlbar. Einzigartig. Jede für sich ein Unikat. Geboren im Schosse einer Muschel, in den Tiefen der Ozeane, bewacht von Meerjungfrauen. So habe ich es mir damals in meiner kindlichen Fantasie ausgemalt.
Es hat einige Jahre gedauert, bis ich begonnen habe zu verstehen, wofür die Träne steht. Was es mit dieser Metapher auf sich hat. Erst als wir einmal eine Zuchtperlenfarm besucht haben, konnte ich den Schmerz der Muschel richtig wahrnehmen. Wie es sich für sie anfühlen muss, wenn so ein winziger Fremdkörper in sie eindringt, sie kratzt und stört.

Die Muschel ist wahrhaft weise. Sanft umfängt sie diesen Eindringling, dieses winzige Sandkorn, und umhüllt es kontinuierlich mit ihrem mütterlichen Sekret, dem Perlmutter. Demütig nimmt sie ihren Schmerz an und macht aus ihm einen unbezahlbaren Schatz. So steht die Träne für den Schmerz der Muschel, den ihr durch das Sandkorn zugefügt wird.

Wie viel leichter könnte unser Leben sein, wie viel glanzvoller, wenn wir es der Perle gleichtun würden. Wenn wir aus jeder Träne eine Perle schüfen, alles was uns stört und schmerzt, liebevoll annehmen, mütterlich umarmen und es als Teil unserer Selbst integrieren würden, um es schliesslich zu entlassen, als Symbol dafür, was aus Schmerz tatsächlich transformierbar ist.