Ein Wiedersehen – eine Traumgeschichte

Ein Wiedersehen

Ein Wiedersehen

Der Traum
Die Geschichte dazu

Irgendwie kommt es mir wie im Halbschlaf vor. Doch ich höre klar, dass im Nebenzimmer jemand etwas rumhantiert. Ich setze mich auf und drehe meinen Kopf in diese Richtung. Es ist ein Mann. Er ist mit der Glühbirne der Deckenlampe beschäftigt. Kann mich nicht daran erinnern, jemanden her bestellt zu haben.

Langsam und neugierig gehe ich auf den Mann zu. Er ist etwa so gross wie ich, mit leicht ergrautem Haar. Als ich schon fast vor ihm stehe, dreht er sich langsam und vorsichtig zu mir um und lächelt mich an. Ein Moment steht die Zeit still, bis ich fassungslos erkenne, wer vor mir steht. Es ist mein geliebter Vater!

Er sieht so viel jünger aus als damals, als ich ihn zum letzten Mal gesehen habe. Schliesslich fallen wir uns um den Hals. Torkelnd und taumelnd vor glücklichster Freude über unser Wiedersehen liegen wir am Boden. Immer noch ungläubig streiche ich über sein Haar, sein Gesicht und  Tränen der Freude kullern über meine Wangen. 

Und schliesslich, als ich richtig wach bin, Tränen der Sehnsucht. So sehr vermisse ich ihn. So lange habe ich ihn nicht mehr gesehen. Als er vor über 10 Jahren von dieser Welt gegangen ist, habe ich seine Seele im Stillen gebeten, sich mir bitte nicht zu zeigen, weil ich Angst hatte. Er hat sich all die Jahre daran gehalten. 

Kürzlich jedoch habe ich meinen „Kanal“, den ich für eine sehr lange Zeit bewusst verschlossen hatte, wieder etwas durchlässiger gemacht. In der Zwischenzeit habe ich Einiges gelernt über die Feinstoffliche Welt und es macht mir keine Angst mehr, mich mit den verschiedenen Energien die mich umgeben auseinanderzusetzen. 

Dieser Blick, als er sich im Traum zu mir umdreht, als wollte er mich fragen, ob ich jetzt tatsächlich für ein Wiedersehen dieser Art bereit bin. Dieser Traum, wie luzide er auch gewesen sein mag, hat mich zutiefst berührt. Es hat sich angefühlt, als wäre es real, als wäre er wirklich da. Eigentlich ist er immer da, ich nehme diese Präsenz oft wahr. 

Dieses wahrhaftige Sehen mit meinen Augen, das Spüren mit meinen Händen, diese innige Umarmung, diese umwerfende Freude über das lang ersehnte, hoffnungslose Wiedersehen hat mich demütig, unendlich dankbar und still werden lassen. Es wird mich bis zum Ende meiner Tage hier auf Erden begleiten. 

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